Creditreform Bonitätsindex entscheidet über Annahme, Sicherheiten und Beitrag

Post von der Creditreform – noch kein Grund zur Sorge!
Vielleicht haben Sie auch schon einmal einen Brief von der Creditreform bekommen in dem Sie gebeten wurden einige betriebliche Angaben über ihr Unternehmen anzugeben. Ziel dieser Anfrage ist es, Ihr Unternehmen mit den Creditreform Bonitätsindex zu bewerten. Was ist denn nun dieser Bonitätsindex und wer nutzt ihn?

Genutzt werden kann der Creditreform Bonitätsindex von allen Mitgliedern der Creditreform, die mit irgend einem Unternehmen im In- oder Ausland in eine Geschäftsbeziehung treten möchten. Laut Aussage von Creditreform ist der Bonitätsindex eine einfache und schnelle Möglichkeit die Bonität, und damit verbunden das Ausfallrisiko eines Kunden, einzuschätzen. Dabei reicht die Skala von 100 Punkten – sehr gute Bonität, bis hin zu 600 Punkten was auf eine baldige Insolvenz hindeutet. Dazu werden wichtige Unternehmenseckpunkte analysiert, gewichtet und dann zu einer dreistelligen Ziffer hochgerechnet.

Es sind 15 Merkmale aus denen Creditreform die Bonitätskennzahlen eines Unternehmens ermittelt. Darunter so wichtige wie die Zahlungsweise, die Unternehmensentwicklung, die Auftragslage. Das Unternehmensalter zählt ebenso dazu wie die Anzahl der Mitarbeiter und der Umsatz pro Mitarbeiter. Nicht zuletzt auch das Zahlungsverhalten der Kunden des Unternehmens. Diese Kennzahlen werden, unterschiedlich gewichtet, dann zur Ermittlung des Creditreform Bonitätsindex herangezogen. Je höher die Indexzahl umso schlechter ist die Bonitätsbewertung. Eingeteilt wird das Unternehmen dann in einer von 8 Bonitätsklassen.

Es gibt grundsätzlich Möglichkeiten den Bonitätsindex eines Unternehmens zu verbessern.

Bei der Zahlungsweise zum Beispiel. Ein Unternehmen das regelmäßig die Skontosätze ausnutzt erreicht damit eine positiv niedrige Bewertung. Ein Unternehmen, dass regelmäßig erst nach 30 Tagen zahlt, eine deutlich schlechtere. Mit 20% wird die Skontozahlung dann auch gleich sehr hoch gewichtet und deshalb bietet sich hier bereits eine gute Möglichkeit den Creditreform Bonitätsindex für sein Unternehmen zu verbessern. Am schlechtesten ist es logischerweise, wenn regelmäßig erst nach dem Einschalten des Inkassodienstes gezahlt wird. Auch die Rechtsform gilt beim Creditreform Bonitätsindex als bedeutendes Merkmal. Eine GmbH ist schlechter bewertet als eine Personenfirma und bei einer AG wird das Risiko eines Zahlungsausfalls am geringsten angenommen. Ist die Auftragslage „expansiv“ wird das als positives Zeichen angenommen, aber auch „konstant zufriedenstellend“ ist immer noch eine positive Aussage.

Problematischer wird es bei der Beurteilung der Kunden des Unternehmens. Arbeitet eine Firma überwiegend für die öffentlichen Hand – die sich immer erst nach Monaten öffnet um Rechnungen zu begleichen – dann gilt sie als Liquiditätsschwach was automatisch zu einer Abstufung im Creditreform Bonitätsindex führt. Dies kann dann auch dazu führen das eine ganze Branche schlechter eingestuft wird. Die Bauwirtschaft wird bereits seit Jahren in der Stufe 3 geführt.

Besondere Beachtung findet auch die Zeit die das Unternehmen besteht. In der Insolvenzstatistik finden sich überdurchschnittliche viele junge Firmen die noch keine zwei Jahre auf dem Markt sind. Ebenso haben Firmen mit weniger als drei Mitarbeitern deutlich geringere Chancen auf ein Weiterbestehen. Eine wachsende Anzahl der Beschäftigten wirkt sich allerdings nur dann positiv aus, wenn die Umsatzzahlen pro Kopf der Beschäftigten ebenfalls steigen. Um das Rating zu verbessern wäre also die Formel „mehr Umsatz mit weniger Beschäftigten“ angebracht.

Wer nun glaubt sein Unternehmen sei falsch bewertet worden dem bietet Creditreform auch die Möglichkeit der Richtigstellung. So kann man dann Creditreform aktuelle Informationen über das eigene Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Diese werden allerdings zuerst einmal auf Plausibilität überprüft bevor sie dann in den Datenbestand einfließen. Laut Creditreform werden Bonitätsprüfungen aber sowieso regelmäßig durchgeführt und aktualisiert um die Kreditwürdigkeit von Unternehmen stets aktuell beurteilen zu können.

Fazit zur Creditreform

Es hilft in der Regel immer mit der Creditreform in Kontakt zu treten und über sein Unternehmen positive Auskünfte mitzuteilen. Somit lassen sich häufig auch die Einwertung beim Creditreform Bonitätsindex verbessern. Viele Unternehmer reagieren immer noch mit Unverständnis. Häufig liegt dies jedoch an der Unwissenheit über die externen Ratingungunternehmen. Gerade Unternehmen in der Bauwirtschaft profitieren meist durch positive Auskünfte an die Creditreform zur Verbesserung des Bonitätsindex.

Die Einwertung von Banken und Kreditversicherern wird häufig ausgelagert. Die Risikobewertung und Kreditfähigkeit kann aus Kostengründen gar nicht mehr von den Unternehmen selbst durchgeführt werden.  Durch solche Dienste wie Creditreform werden einfache und schnelle Bearbeitungen in der Kautionsversicherung überhaupt erst möglich.

Achten Sie also auf eine positive Bewertung. Diese ist nicht nur für die Bürgschaftsversicherung wichtig. Wenn Sie Zweifel haben, so nehmen Sie Kontakt mit der zuständigen Creditreform auf. Diese sind regional organisiert und helfen Ihnen gerne weiter. Zudem haben Sie das Recht auf eine Eigenauskunft.