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Glossar – Unser A bis Z rund um die Bürgschaftsversicherung

Hier finden Sie Informationen und Begriffserklärungen rund um das Thema der Bürgschaft und der Bürgschaftsversicherung / Kautionsversicherung von A bis Z.

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  • A# Ablösung

    Bei der Ablösungwird eine alte Bürgschaftdurch eine neue ausgetauscht. Das passiert, wenn z.B. bessere Konditionen bei einem anderen Anbieter gefunden werden, wie beim Wechseln von einer Bankbürgschaft zur Versicherungsbürgschaft.
    Die neue Bürgschaftwird wie jede andere Bürgschaftbeantragt. Die Bürgschaftsurkundewird dann zum Auftraggebergeschickt. Im Gegenzug schickt dieser die alte Bürgschaftsurkundezurück zum Auftragnehmer. Sie kann nun entlastet werden. Prüfen Sie in nur wenigen Sekunden mit unseren Experten, wie viel Geld Sie sparen können
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    # Abnahme

    Nachdem ein Auftrag/eine Leistung fertiggestellt wird erfolgt die Abnahme. Die Abnahmeist eine Kontrolle, ob die erbrachte Leistung den vereinbarten Kriterien entspricht. Die Abnahmesollte schriftlich erfolgen und es sollte ein Abnahmeprotokoll erstellt werden. Darin sollten bestehende Mängel sowie ausstehende Arbeiten festgehalten werden. Mit der Abnahmebeginnt der Gewährleistungszeitraum.

    # Abtretung

    Die Abtretungist eine Sicherheitfür einen Bürgschaftskredit. Sie wird vom Auftragnehmer(Schuldner) gestellt. Sie kann in verschiedenen Formen gestellt werden, beispielsweise in Form eines Kontos oder Wertpapiers. Die Sicherheitversichert dem Bürgen, dass der Auftragnehmermindestens für einen Teil seiner Schulden selber aufkommen kann.

    # Akzessorietät

    Gibt an, dass eine Bürgschaftauf die Höhe der Hauptschuld beschränkt ist. Ist ein Teil der Schuld schon beglichen muss der Bürgenur für die Differenz zur Hauptschuld einstehen. Beispiel: Ein Bürgemuss für eine Schuld von 55.000€ einstehen. Es wurden aber schon 50.000€ der Schuld beglichen. Da eine akzessorische Bürgschaftabgeschlossen wurde, muss er nur noch für die restlichen 5.000€ haften.

    # Anbieterbersicht

    Hier geht es zu den Anbietern vom Bürgschaftsversicherungen

    # Anfechtbarkeit

    Einrede der Anfechtbarkeitder Hauptforderung
    Der Bürgekann die Befriedigung des Gläubigers verweigern, solange dem Hauptschuldnerdas Recht zusteht, das seiner Verbindlichkeit zugrunde liegende Rechtsgeschäft anzufechten (§ 770 Abs. 1 BGB@).
    Der Verzicht des Bürgen auf diese Einrede ist zulässig.
    Hat der Schuldner die Hauptforderung angefochten, erlischt die Hauptforderung und daher auch die Bürgschaftsschuld. Ein Verzicht des Bürgen gegen die Einrede ist dann bedeutungslos.

    # Anspruchsteller

    Der Anspruchstellerist bei einer Bürgschaftder Gläubiger. Das ist in der Regel der Auftraggeber, der seine Ansprüche durch eine Bürgschaftabsichern lässt. Kann der Schuldner (Auftragnehmer) seine Leistung nicht erbringen, macht der Gläubigerseine Ansprüche gegenüber dem Bürgen geltend.

    # Anzahlungsbürgschaft

    Sichert die Anzahlung eines Auftrages ab. Mehr Infos zur Anzahlungsbürgschaft.

    # Auftraggeber

    Ist die Seite eines Geschäftes, die einer anderen die Erstellung einer Leistung überträgt.

    # Auftragnehmer

    Ist die Seite eines Geschäftes, die die Erstellung einer Leistung für die andere Seite übernimmt.

    # Auftragssumme

    Die Auftragssummeist der gesamte Preis für die vereinbarte Leistung. Wird zwischen dem Auftragnehmerund dem Auftraggeberverhandelt.

    # Ausbuchung

    Bezeichnet die Entfernung einer Schuld. Im Kontext der Bürgschaften wird das Bürgschaftskonto entlastet. Die Ausbuchungerfolgt üblicherweise durch den Ablauf einer befristeten Bürgschaft, bei einer unbefristeten Bürgschaftmit der Rückgabe der Bürgschaftsurkundean das Versicherungsunternehmen. Eher selten erfolgt die Ausbuchungdurch eine bedingungslose Enthaftungserklärungdes Begünstigten (Gläubigers).

    # Ausführungsbürgschaft

    Im Normalfall ca. 5% vom Bauvorhaben. Wird meist nicht mehr genutzt sondern es wird direkt eine Vertragserfüllungsbürgschaft herausgegeben.

    Siehe Ausführungsbürgschaft

    # Ausschöpfung des Limits

    Der gewährte Bürgschaftsrahmenwurde prozentual in gewisser Höhe in Anspruch genommen.

    # Aval

    Beschreibt in der Bürgschaftsbranche die Übernahme einer Bürgschaftdurch ein Kreditinstitut. Wird auch Bankavaloder Avalkredit genannt.

    # Avallinie

    Die Avallinie, auch Bürgschaftslinie, legt den maximalen Betrag der einzelnen Bürgschaftfest. Ihre Bürgschaftsliniewird individuell zwischen Ihnen und Ihrem Bürgschaftsgeber vereinbart. Besonders beim Bankaval/Bankbürgschaft hängt sie von der Bonitätund den gestellten Sicherheiten des Bürgschaftsnehmers ab.
    Beispiel: Ihre Bank teilt Ihnen mit, dass ihre Bürgschaftslinie50.000€ beträgt.
    Das bedeutet, dass pro Bürgschaftmaximal bis zu einer Grenze von 50.000€ gebürgt werden darf. Sie können eine Bürgschaftfür 10.000€ abschließen, eine für 49.000€, oder eine für 50.000€. Eine Bürgschaftfür 55.000€ ist nicht möglich, denn der Betrag liegt über Ihrer Bürgschaftslinie.

    # Avalobligo

    Ein Obligoim Allgemeinen beschreibt die Haftung für eine Verbindlichkeit. Das Avalobligobezeichnet die Summe der Verbindlichkeiten, die durch alle bestehenden Avale vorhanden sind. Also die Summe aller aktiven Avale, die noch nicht abgelaufen oder ausgebucht sind. Siehe auch Bürgschaftsobligo.
    Beispiel: Sie haben vor zwei Jahren eine Mietkautionsbürgschaftüber 10.000€ abgeschlossen, vor einem Jahr eine Gewährleistungsbürgschaft über 5.000€. Nun schließen Sie eine Ausführungsbürgschaftüber 8.000€ ab. Alle Bürgschaften sind noch aktiv – Ihr Avalobligobeträgt jetzt 23.000€.

    # Avalrahmen

    Die Gesamtsumme, die dem Unternehmen für alle Avale zusammen zur Verfügung steht. Auch mit einem Dispositions- oder Kontokorrentkredit vergleichbar. Ihr Avalrahmenwird individuell zwischen Ihnen und Ihrem Versicherungsunternehmen vereinbart. Eine andere Bezeichnung für den Avalrahmenist auch der Bürgschaftsrahmen.
    Beispiel: Händler Max möchte eine Bürgschaftabschließen. Das Versicherungsunternehmen teilt ihm mit, dass sein Avalrahmen100.000€ beträgt. Das heißt, er kann beliebig viele Bürgschaften von insgesamt bis zu 100.000€ abschließen.

  • B# BGB

    BGB steht für das Bürgerliche Gesetzbuch. In diesem Buch sind die zentralen Gesetze des deutschen Privatrechts zu finden.

    # Bankaval

    Beschreibt in der Bürgschaftsbranche die Übernahme einer Bürgschaftdurch ein Kreditinstitut. Wird auch Avalkredit oder einfach nur Avalgenannt.

    # Bauhandwerkersicherungsbürgschaft

    Die Bauhandwerkersicherungsbürgschaft ist üblich zwischen Baufirmen untereinander oder auch im Verhältnis Bauträger zu Subunternehmer. Zum Beispiel gibt eine Baufirma den Auftrag für die Außenanlagen an einen Subunternehmer weiter. Dieser verlangt eine Bauhandwerkersicherungsbürgschaft, um sich für den Fall abzusichern, dass der Auftraggeberdes Bauträgers nach Abschluss der Leistungen zahlungsunfähig/-unwillig ist. Diese Bürgschaftsartwird jedoch nur noch selten verlangt.

    Die Werklohnforderung wird nach den gesetzlichen Bestimmungen erst mit Abnahmedes erstellten Gewerkes fällig. Der Auftragnehmersichert so das Risiko ab für den Fall, dass der Auftraggebernach Erstellung des Bauwerks insolvent wird.

    # Befristete Bürgschaft

    Eine befristete Bürgschafthat ein festes Ablaufdatum. Sie wird aus dem Obligoohne Rückgabe der Bürgschaftausgebucht.

    # Bietungsbürgschaft

    Eine Bietungsbürgschaftdient als Sicherheitfür die Einhaltung der Angebotskonditionen im Falle der Auftragserteilung.

    # Bonität

    Die Bonitätbezeichnet die Kreditwürdigkeit oder Zahlungsfähigkeit eines Kreditnehmers. Sie ist ein Maßstab zur Einschätzung wie gut ein Kunde in der Lage ist seine Verbindlichkeiten fristgerecht zu begleichen. Besonders Banken nutzen das Mittel der Bonitätsprüfung vor der Kreditaufnahme oder der Vergabe von Bürgschaften zur finanziellen Einschätzung des Kreditnehmers. Wird die Bonitäteines Unternehmens mit gut bewertet, wird davon ausgegangen, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Lage ist, seine Verbindlichkeiten auch zukünftig ohne Probleme zu begleichen. Analog gilt, dass ein Unternehmen mit schlechter Bonitätwahrscheinliche nicht in der Lage ist seine Verbindlichkeiten problemlos zu begleichen.

    # Bürge

    Er sichert die Leistungserbringung durch den Auftragnehmeran den Auftraggeberab. Kann der Auftragnehmerseine Schuld nicht erfüllen, haftet der Bürgefür die Verbindlichkeiten des Auftragnehmers. Er verpflichtet sich, in dem er die Bürgschaftsurkundeunterschreibt.

    # Bürgschaft

    Die Bürgschaftist ein Schuldverhältnis, bei dem ein Bürgefür die Schulden eines Dritten einsteht. Sie ist in vielen Branchen ein wichtiges Mittel zur Sicherung von Verbindlichkeiten.
    Beispiel: Unternehmer U kauft eine neue Maschine. Er möchte sicher gehen, dass die Maschine im Garantiefall sofort repariert wird – auch wenn der Maschinenbauer dann zahlungsunfähig geworden ist. Der Maschinenbauer schließt deshalb eine Bürgschaftab. Die Bank B bürgt für den Maschinenbauer. Im Fall, dass der Maschinenbauer eine Reparatur im Gewährleistungszeitraum aus eigenen Mitteln nicht vollständig bezahlen kann springt die Bank ein und übernimmt die Verbindlichkeiten für den Maschinenbauer.

    # Bürgschaft nach Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG-Bürgschaft)

    siehe Bürgschaft nach Bundes-Immissionsschutzgesetz 

    nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz gehört, erfährt

    # Bürgschaft nach ElektroGesetz

    Die Bürgschaftist eine finanzielle Sicherheit, die die Entsorgung der Elektro- und Elektronikgeräte sicherstellen soll, wenn in einer Geräteart kein Hersteller mehr registriert ist und damit im Rahmen der Abholkoordination niemand mehr zur Rücknahme und Entsorgung der Altgeräte verpflichtet werden kann.

    # Bürgschaftsart

    Bürgschaften können für unterschiedliche Zwecke vergeben werden. Diese werden durch die Bürgschaftsartbeschrieben. Ein Beispiel wäre das Gewährleistungsaval, das Anzahlungsaval oder das Mietaval. Ein anderer Begriff für die Bürgschaftsartist auch Avalart. Unter Bürgschaftsarten finden Sie mehr Informationen zu den wichtigsten Bürgschaftsarten.
    Beispiel: Bei einem Mietaval ist ein Mietverhältnis Hauptgegenstand der Bürgschaft. Eine anfallende Kaution muss nicht bezahlt werden. Ein Kreditinstitut springt als Bürgeein und sichert die Kaution ab.

    # Bürgschaftsformular - 421 Bürgschaft

    Vertragserfüllungsbürgschaft. Die Bürgschaftist unbefristet; sie erlischt mit der Rückgabe dieser Bürgschaftsurkunde. Die Bürgschaftsforderung verjährt nicht vor der gesicherten Hauptforderung. Nach Abschluss des Bürgschaftsvertrages getroffene Vereinbarungen über die Verjährung der Hauptforderung zwischen dem Auftraggeberund dem Auftragnehmersind für den Bürgen nur im Falle seiner schriftlichen Zustimmung bindend.

    # Bürgschaftsformular - 422 Bürgschaft

    Ist eine bestimmte Vertragsvorlage für die Mängelansprüchebürgschaft (=Gewährleistungsbürgschaft) bei öffentlichen Bauaufträgen. Sie richtet sich nach den Vorgaben des Vergabe- und Vertragshandbuchs des Bundes (VHB).
    Hier geht’s zur Vorlage.

    # Bürgschaftslinie

    siehe Bürgschaftsrahmen

    # Bürgschaftsobligo

    Ein Obligoim Allgemeinen beschreibt die Haftung für eine Verbindlichkeit. Das Bürgschaftsobligobezeichnet die Summe der Verbindlichkeiten, die durch alle bestehenden Bürgschaften vorhanden sind. Also die Summe aller aktiven Bürgschaften, die noch nicht abgelaufen oder ausgebucht sind. Siehe auch Avalobligo.
    Beispiel: Sie haben vor zwei Jahren eine Mietkautionsbürgschaftüber 10.000€ abgeschlossen, vor einem Jahr eine Gewährleistungsbürgschaft über 5.000€. Nun schließen Sie eine Ausführungsbürgschaftüber 8.000€ ab. Alle Bürgschaften sind noch aktiv – Ihr Bürgschaftsobligobeträgt jetzt 23.000€.

    # Bürgschaftsrahmen

    Der Bürgschaftsrahmenist die Gesamtsumme, die dem Unternehmen für alle Bürgschaften zusammen zur Verfügung steht. Auch mit einem Dispositions- oder Kontokorrentkredit vergleichbar. Ihr Bürgschaftsrahmenwird individuell zwischen Ihnen und Ihrem Versicherungsunternehmen vereinbart. Eine andere Bezeichnung für den Bürgschaftsrahmenist auch Avalrahmen oder Bürgschaftslinie.
    Beispiel: Händler Max möchte eine Bürgschaftabschließen. Das Versicherungsunternehmen teilt ihm mit, dass sein Bürgschaftsrahmen100.000€ beträgt. Das heißt, er kann beliebig viele Bürgschaften von insgesamt bis zu 100.000€ abschließen.

    # Bürgschaftssublimit

    Im Bürgschaftsrahmenvereinbarte Sublimitsind in der Höhe vorgegebenen Bürgschaftsarten. Bis zu diesem bestimmten Sublimitkann der Bürgschaftsnehmer seinen Bedarf bezüglich einer bestimmten Bürgschaftsart(z.B. Vertragserfüllungsbürgschaften) befriedigen.

    # Bürgschaftssumme

    Der Betrag einer Bürgschaft, für den der Bürgemaximal die Haftung übernimmt. Die Bürgschaftssummewird in der Bürgschaftsurkundefestgehalten.

    # Bürgschaftsurkunde

    Eine Bürgschaftist nur in Schriftform wirksam, also in Verbindung mit der Bürgschaftsurkunde. Sie muss vom Bürgen unterschrieben sein, wobei auch eine Faksimile-Unterschriftmöglich ist (maschinell gefertigte Unterschrift). Die Urkunde muss im Original beim Auftragnehmer(Gläubiger) vorliegen, damit ein Bürgschaftsverhältnis besteht.

  • D# Dienstleistungsbürgschaft

    Absicherung, z.B. für die Erfüllung von Verträgen mit Kommunen zur Müllentsorgung, zum Winterdienst oder für die Erfüllung von Verträgen zur Betreuung von Gebäuden (Facilitymanagement)

  • E# Einzellimit / maximales Einzelstück

    Das Einzellimit, auch maximales Einzelstück genannt, legt den maximalen Betrag der einzelnen Bürgschaftfest. Ihre Bürgschaftsliniewird individuell zwischen Ihnen und Ihrem Bürgschaftsgeber vereinbart. Besonders beim Bankavalbzw. der Bankbürgschaft hängt sie von der Bonitätund den gestellten Sicherheiten des Bürgschaftsnehmers ab.
    Beispiel: Ihre Bank teilt Ihnen mit, dass Ihr Einzellimit 50.000€ beträgt.
    Das bedeutet, dass pro Bürgschaftnicht für mehr als 50.000€ gebürgt werden darf. Sie können z.B. eine Bürgschaftfür 10.000€ abschließen, eine für 49.000€, oder auch eine für 50.000€. Eine Bürgschaftfür 55.000€ ist nicht möglich, denn ihr Betrag liegt über Ihrem Einzellimit.

    # EFB-Sich-Formular

    Diese Formulare geben eine einheitliche Vertragsgestaltung bei Bauleistungen vor: Sie stammen aus dem dritten Teil der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) und heißen „Einheitliche Formblätter für Bauleistungen“ (EFB). Hier finden Sie Vorlagen zu den unten stehenden Beispielen.
    Drei sehr relevante Formblätter im Baubereich sind:

    • Das Formblatt Sich1 (§421): Es regelt eine einheitliche Vertragsgestaltung für die Vertragserfüllungsbürgschaft
    • Das Formblatt Sich2 (§422): Es regelt die einheitliche Vertragsgestaltung für die Gewährleistungs- oder auch Mängelansprüchebürgschaft
    • Das Formblatt Sich3 (§423): Es regelt die einheitliche Vertragsgestaltung für die Abschlagszahlungs- / Vorauszahlungsbürgschaft
    # EFB-Sich-Formulare

    EFB-Sich-Formulare sind Bürgschaftssondertexte, die von der öffentlichen Hand als Auftraggebervorgegeben werden.

    # Einrede der Vorausklage

    Die Einrede der Vorausklagebedeutet, dass der Bürgedie Bereitstellung der Bürgschaftsleistung verweigern kann, wenn der Auftraggebernicht vorher die Zwangsvollstreckung des Auftragnehmers beantragt hat. Es wird davon ausgegangen, dass die Schuld erst mit allen möglichen Mitteln des Auftragnehmers beglichen wird. Erst wenn kein anderes Mittel mehr zur Verfügung steht soll der Bürgein Anspruch genommen werden. Das macht es für den Auftraggeberschwer, den Bürgen schnell zu belangen. Denn eine Zwangsvollstreckung kann sich über einen langen Zeitraum erstrecken. Um die Bürgschaftwirkungsvoller zu gestalten wird deshalb oft auf die Einrede der Vorausklageverzichtet.
    Beispiel: Bank B muss als Bürgefür Unternehmer U einspringen. Bei Bürgschaftsabschluss wurde die Einrede der Vorausklagevereinbart.
    Unternehmer U soll dem Hausbesitzer H die Reparatur seines Hauses im Rahmen der Gewährleistung bezahlen. Das Haus ist kaputt gegangen doch Unternehmer U ist insolvent und kann die Reparatur nicht zahlen. Damit Hausbesitzer H die Reparatur durch die Bank B als Bürgeersetzt bekommt, verlangt die Bank erst die Einleitung einer Zwangsvollstreckung bei Unternehmer U. Kann dieser die Reparatur dann immer noch nicht zahlen, springt Bank B als Bürgeein. Die Zwangsvollstreckung dauert aber sehr lange, sodass die Übernahme der Schuld durch den Bürgen auch sehr lange dauert.
    Wird auf die Einrede der Vorausklageverzichtet, kann die Bank die vorhergehende Zwangsvollstreckung nicht verlangen. Dadurch kann die Schuld schneller durch die Bank als Bürgen übernommen werden.

    # Einzelstückbegrenzung

    Das Einzellimit, auch maximales Einzelstück genannt, legt den maximalen Betrag der einzelnen Bürgschaftfest. Ihre Bürgschaftsliniewird individuell zwischen Ihnen und Ihrem Bürgschaftsgeber vereinbart. Besonders beim Bankavalbzw. der Bankbürgschaft hängt sie von der Bonitätund den gestellten Sicherheiten des Bürgschaftsnehmers ab.
    Beispiel: Ihre Bank teilt Ihnen mit, dass Ihr Einzellimit 50.000€ beträgt.
    Das bedeutet, dass pro Bürgschaftnicht für mehr als 50.000€ gebürgt werden darf. Sie können z.B. eine Bürgschaftfür 10.000€ abschließen, eine für 49.000€, oder auch eine für 50.000€. Eine Bürgschaftfür 55.000€ ist nicht möglich, denn ihr Betrag liegt über Ihrem Einzellimit.

    # Enthaftungserklärung

    Eine Enthaftungserklärungist eine formlose, schriftliche Erklärung des Bürgschaftsgläubigers, den Bürgen aus einer bestimmten Bürgschaftnicht mehr in Anspruch zu nehmen.

  • F# Faksimile-Unterschrift

    Maschinell erstellte Unterschrift nach einer handschriftlichen Vorlage.

  • G# Gewährleistungsbürgschaft

    Die Gewährleistungsbürgschaft (auch Mängelansprüchebürgschaft) dient dazu die Mängelbeseitigung für den Auftraggeberauch nach Auftragsabnahme sicher zu stellen. Normalerweise 5% des Auftragswertes.  Mehr Infos zur Gewährleistungsbürgschaft.

    # Globalbürgschaft

    Eine Globalbürgschaft(Pauschalbürgschaft) dient dem Auftraggeber(Bürgschaftsgläubiger) zur Absicherung mehrer Werkverträge. Achtung: Nicht jeder Versicherer bietet Globalbürgschaften an. Fragen Sie hierzu einen Berater von Bürgschaft24.

    # Gläubiger

    Wird auch Auftraggebergenannt. Er erwartet eine Leistung vom Auftragnehmer(=Schuldner).

  • H# Hauptschuldner

    Der Hauptschuldnerist der Auftragnehmerim Hauptschuldverhältnis, an den sich der Bürgewendet, nach dem er gegenüber dem Auftraggeberseiner Zahlungsverpflichtung nachgekommen ist (Inanspruchnahme).

    # Hauptschuldverhältnis

    Ist das Vertragsverhältnis zwischen Auftragnehmer(=Schuldner) und Auftraggeber(=Gläubiger), welches mit einer Bürgschaftabgesichert werden kann.

  • I# Inanspruchnahme der Bürgschaft

    Bezeichnet die Situation, wenn der Auftraggeberden Bürgen dazu auffordert für die Schuld des Auftragnehmers einzustehen.

    # Insolvenz

    Bezeichnet die Zahlungsunfähigkeit eines Akteurs. Bei der Bürgschaftist der Akteur der Auftragnehmer(=Schuldner). Er kann seine Verbindlichkeiten gegenüber dem Auftraggeber(=Gläubiger) nicht mehr begleichen.

    # Insolvenzverwalter

    Ist eine Person, die durch das Insolvenzgericht bestimmt wird. Dieser Insolvenzverwalterist während eines Insolvenzverfahrens damit beauftragt das Vermögen des insolventen Schuldners zu verwalten.

  • L# Limit

    Auch Bürgschaftslimit oder Avallimit genannt.
    Das Limitbezeichnet die maximale Gesamtsumme, die dem Unternehmen für alle Bürgschaften zusammen zur Verfügung steht. Auch mit einem Dispositions- oder Kontokorrentkredit vergleichbar. Ihr Bürgschaftslimit wird individuell zwischen Ihnen und Ihrem Versicherungsunternehmen vereinbart. Das Limitist also die Grenze des Bürgschaftsrahmens oder auch Avalrahmens.
    Beispiel: Händler Max möchte eine Bürgschaftabschließen. Das Versicherungsunternehmen teilt ihm mit, dass sein Bürgschaftsrahmen100.000€ beträgt. Das heißt, er kann beliebig viele Bürgschaften von insgesamt bis zu 100.000€ abschließen. 100.000€ sind also Händler Max’ persönliches Bürgschaftslimit.

  • M# Mietkautionsbürgschaft

    Die Mietkaution kann auch in Form einer Bürgschaftbeim Vermieter hinterlegt werden.

    Mietkaution für Gewerbetreibende bis 20.000€

    Mietkaution für Privatpersonen

    # Mängelgewährleistungsbürgschaft

    Die Mängelansprüchebürgschaft (auch Gewährleistungsbürgschaft) dient dazu die Mängelbeseitigung für den Auftraggeberauch nach Auftragsabnahme sicher zu stellen. Normalerweise 5% des Auftragswertes.  Mehr Infos zur Gewährleistungsbürgschaft.

  • N# Notifizierungsbürgschaft

    Verbürgt werden nach Artikel 6 der Verordnung (EG) Nr. 1013/2006 Ansprüche einer Behörde bei nicht ordnungsgemäßer Verbringung von Abfällen.

    Siehe auch Notifizierungsbürgschaft

  • O# Obligo

    Als Obligobezeichnet man den aktuellen Gesamtbetrag sämtlicher aktiver ausgestellter Bürgschaften.

  • P# Prozessbürgschaft

    Der Berechtigte kann gerichtliche Entscheidungen teilweise nur mit einer Sicherheitsleistung durchzusetzen. Andererseits ist es dem Schuldner evtl. evtl. erlaubt, die Durchsetzung mit einer Sicherheitabzuwenden. Nur für Gewerbetreibende.

  • R# Rekultivierungsbürgschaft

    Absicherung der Befüllung und Bepflanzung (Rekultivierung) von Flächen, z.B. nach Ausbeutung einer Kiesgrube, gegenüber der Behörde, die die Schürferlaubnis erteilt hat.

  • S# Schuldner/Hauptschuldner

    Wird auch Auftragnehmergenannt. Er steht in der Schuld des Auftraggebers und ist ihm gegenüber zu einer Leistungserstellung verpflichtet.

    # Sicherheit

    Teilweise werden Sicherheiten vom Versicherer verlangt, damit dieser sich für den Auftragnehmerverbürgt. Sicherheiten werden in Form von Festgeldabtretung, Kontoverpfändungen oder Bankbürgschaften gestellt. Manchmal ist auch Geldüberweisung möglich.

    # Sondertexte

    Sind individuelle (keine standardisierten oder offiziellen Vorlagen) vom Auftraggeberformulierte Bürgschaftsurkunden. Sie sollten vom Bürgschaftsgeber gründlich geprüft werden.

    # Sublimit

    Ein Sublimitschreibt vor, wie viel von einer Bürgschaftsliniefür eine bestimmte Bürgschaftsartgenutzt werden darf.

    Beispiel: Bürgschaftsrahmen100.000€, EInzellimit 30.000€, SublimitAnzahlungsbürgschaften 50% = Maximal 50.000€ dürfen für Anzahlungen genutzt werden. Das Einzellimit bleibt bestehen.

  • U# Unbefristete Bürgschaft

    Die Bürgschaftsurkundebeinhaltet keine Befristung. Also besitzt die Bürgschaftkein Ablaufdatum. Eine Ausbuchungkann erst nach der Rückgabe der Bürgschaftsurkundeerfolgen.

  • V# VHB

    Steht für das Vergabe- und Vertragshandbuch für Baumaßnahmen des Bundes.
    Dieses definiert Voraussetzungen für eine rechtssichere und einheitliche Vergabe von Bauaufträgen. Es wird als Vorlage für die Abwicklung von Verträgen in der Branche genutzt und ist die Umsetzung der VOB.

    # VOB

    Steht für Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen.
    Regelt das Vergabeverfahren für Bauleistungen und Auftragsausführung. Hier finden Sie Beispiele für Bürgschaftsvorlagen, die im VOBzu finden sind.
    Das VOBist in drei Teile gegliedert:

    • Teil VOB/A: Vergabe von Aufträgen für öffentliche Auftraggeber
    • Teil VOB/B: Regelungen für die anzusetzenden Bauverträge
    • Teil VOB/C: Regelt allgemeine Vertragsbedingungen
    # Vertragserfüllungsbürgschaft

    Sichert die vertragsgemäße Ausführung eines Vertrages sowie die Gewährleistung ab. Normalerweise 10% des Auftragswertes. Mehr Infos zur Vertragserfüllungsbürgschaft.

  • W# Warenlieferungsbürgschaft

    Die Warenlieferungsbürgschaft dient dazu, dass Sie Ihrem Lieferanten nachweisen, dass Sie die von ihm gelieferte Waren noch bezahlen werden.

    Sollte Ihr Unternehmen nicht mehr zahlungsfähig sein, so kann Ihr Lieferant auf die Bürgschaftzugreifen.

    Diese Art von Bürgschaftermöglicht es Ihnen Geschäfte zu tätigen, die ein Lieferant aufgrund der nicht möglichen Zahlleistung zum Zeitpunkt der Bestellung normalerweise ablehnen würde.

    # Werkvertrag

    Der Werkvertragist ein zweiseitig verpflichtender Vertrag, der den Auftraggeberzur Zahlung für die zu erstellende Leistung und den Auftragnehmerzur Leistungserstellung verpflichtet. Die genauen Vorschriften sind unter §§631 ff. BGBzu finden.

  • Z# Zahlung auf erstes Anfordern

    Die Vereinbarung der Zahlung auf erstes Anfordernverpflichtet den Auftragnehmer(Bürgen) dazu sofort für die Bürgschafteinzustehen. Ein Einwand oder eine Prüfung, ob der Bürgewirklich dazu verpflichtet ist zu zahlen, kann erst nach der Zahlung der Bürgschaftssummedurch den Bürgen verlangt werden. Musste der Bürgeunrechtmäßig für die Bürgschafteinstehen hat er dann ein Recht darauf, das Geld zurückgezahlt zu bekommen.