Wann benötige ich im Baugewerbe Bietungsbürgschaften?

Zuletzt aktualisiert am 4. März 2026

Wenn Bauprojekte öffentlich in einem Bietungsverfahren ausgeschrieben werden, verlangt der Auftraggeber oft eine Bietungsbürgschaft von bietenden Unternehmen. Hier lesen Sie, wann Sie eine Bietungsbürgschaft benötigen und wie Sie diese am besten beantragen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Absicherung bei Ausschreibungen: Eine Bietungsbürgschaft (Bietungsgarantie) sichert den Auftraggeber bei öffentlichen oder großen privaten Ausschreibungen dagegen ab, dass ein Bieter sein Angebot nach dem Zuschlag zurückzieht oder die Vertragsbedingungen nicht einhält.
  • Voraussetzung für die Teilnahme: In vielen Bietungsverfahren, insbesondere im öffentlichen Sektor, ist die Einreichung einer Bietungsbürgschaft zwingend erforderlich, damit Ihr Angebot überhaupt im Vergabeprozess berücksichtigt wird.
  • Bankenunabhängiger Handlungsspielraum: Durch die Nutzung einer Kautionsversicherung bleibt Ihre Kreditlinie bei der Hausbank frei, sodass Ihr Geld direkt im Unternehmen bleibt und für den operativen Betrieb verfügbar ist.

Was ist eine Bietungsbürgschaft?

Eine Bietungsbürgschaft – auch Bietungsgarantie genannt – wird oft bei öffentlichen Ausschreibungen in der Baubranche verlangt. Mit der Bietungsbürgschaft sichert ein Auftraggeber ab, dass Vertragskonditionen bei Auftragserteilung eingehalten werden. Außerdem ist sie eine Sicherheit für das finanzielle Risiko des Ausschreibenden, wenn der Bieter (Sie) sein Angebot nach Zuschlagserteilung zurückzieht oder seine Leistungen nicht erbringt.

In der Baubranche ist der Zeitraum zwischen Abgabe des Angebots und Auftragserteilung oft mehrere Monate bis Jahre lang. Deshalb verlangt das ausschreibende Unternehmen bei Abgabe eines Angebots mit festgelegten Konditionen oft eine Bietungsbürgschaft von Ihnen. Damit sichert der Auftraggeber ab, dass sich der Bieter, der den Auftrag erhält, an die Angebotskonditionen hält.

Wenn ein Versicherer (oder eine Bank) Ihnen eine Bürgschaft ausstellt, bedeutet das außerdem für den Ausschreiber, dass Sie eine entsprechend gute Bonitätsbewertung haben. Denn mit einem zu schlechten Bonitätsranking würden Sie keine Angebote für Bürgschaften erhalten. So erhält er einen Einblick in Ihre Zahlungskraft.

Erteilt der Auftraggeber einem Bieter den Zuschlag, dieser zieht aber sein Angebot zurück, deckt die Bürgschaft entstehende Mehrkosten, die durch die Neuausschreibung des Auftrags entstehen. Im Falle einer Insolvenz des Auftragnehmers erhält der Auftraggeber die Bürgschaftssumme von der Versicherung und kann ein anderes Unternehmen mit der Fertigstellung beauftragen.

Praxisbeispiel

Die Tiefbau-Spezialisten GmbH möchte sich an einer großen öffentlichen Ausschreibung für den Ausbau einer Bundesstraße beteiligen. Das Projektvolumen liegt bei ca. 2 Millionen Euro. Die ausschreibende Behörde verlangt mit der Angebotsabgabe eine Bietungsgarantie über 5 % der Summe, also 100.000 EUR, um die Ernsthaftigkeit des Angebots abzusichern. Das Verfahren bis zur Zuschlagserteilung dauert voraussichtlich sechs Monate. Würde die GmbH 100.000 EUR bar hinterlegen, fehlte dieses Geld ein halbes Jahr lang im Unternehmen. Deshalb bestellt die GmbH eine Bietungsbürgschaft über ihren Bürgschaftsrahmen und fügt die Bürgschaftsurkunde ihrem Angebot bei.

Brauche ich eine Bietungsbürgschaft?

Wenn Sie in der Baubranche tätig sind und an einem Bietungsverfahren teilnehmen, werden Sie in der Regel eine Bietungsbürgschaft zusammen mit Ihrem Angebot einreichen müssen. Oft ist eine solche Bürgschaft Voraussetzung, damit Ihr abgegebenes Angebot bei der Vergabe berücksichtigt wird. Bei öffentlichen Ausschreibungen und Dienstleistern im öffentlichen Sektor ist eine Bietungsbürgschaft notwendig.

→ Auch im Maschinen- und Anlagenbau kann bei Ausschreibungen eine Bietungsbürgschaft gefordert werden, hauptsächlich findet die Bürgschaft aber in der Baubranche Anwendung.

  • Meist werden Bietungsbürgschaften für Unternehmen mit großen Bürgschaftsrahmen (>1 Mio. EUR) angeboten.
  • Die Laufzeit bemisst sich an der Ausschreibungsdauer, in der Regel also zwischen 3 und 6 Monaten.
  • Die Bürgschaft wird grundsätzlich in einer Höhe von 5 bis 10% des Auftragswertes ausgestellt.
  • Mit dem Bieter, der den Zuschlag erhält, wird ein Vertrag geschlossen. Dann wird vom Auftraggeber eine Vertragserfüllungsbürgschaft gefordert. Wenn die Bürgschaftsurkunde vorgelegt wird, wird die Urkunde der Bietungsbürgschaft zurückgegeben.

Wie bekomme ich eine Bietungsbürgschaft?

Wir empfehlen, eine Kautionsversicherung bei einem Versicherer abzuschließen. Mit dieser erhalten Sie einen Bürgschaftsrahmen, aus dem Sie die benötigten Bürgschaften beantragen können. 

Bürgschaften bei Versicherern bringen viele Vorteile für Ihr Unternehmen und Ihre finanzielle Situation:

  • Kreditlimit wird nicht belastet: Eine Kautionsversicherung erfordert keine Verwendung des Kreditlimits des Unternehmens, im Gegensatz zu einer Bankbürgschaft.
  • Geringere Kosten: Eine Kautionsversicherung ist in der Regel günstiger als eine Bankbürgschaft.
  • Flexibilität: Eine Kautionsversicherung kann leichter an die Bedürfnisse des Unternehmens angepasst werden, im Gegensatz zu einer Bankbürgschaft, die oft standardisiert ist.
  • Keine Auswirkungen auf die Kreditwürdigkeit: Eine Kautionsversicherung hat keine Auswirkungen auf die Kreditwürdigkeit des Unternehmens. Eine Bankbürgschaft hingegen kann die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens verschlechtern.
  • Schnellere Bearbeitung: Eine Kautionsversicherung wird in der Regel schneller bearbeitet als eine Bankbürgschaft.

Wichtig: Bietungsbürgschaften werden nicht von allen Kautionsversicherern angeboten. Wir kennen die passenden Versicherer für Ihren Bedarf.

Wir unterstützen Sie!

Bei Bürgschaft24.de werden alle in Frage kommenden Versicherer für Ihren Bürgschaftsbedarf angefragt und verglichen. So erhalten Sie ein Angebot, dessen Konditionen zu Ihrem Unternehmen passt.

Tipps beim Abschließen einer Bürgschaftsversicherung

Nicht immer ist die günstigste auch die “beste” Bürgschaft. Oft fordern Versicherungen zusätzlich zu einem jährlichen Beitrag die Hinterlegung von Sicherheiten. Auf den ersten Blick erscheint ein Angebot attraktiv, weil der Beitragssatz geringer als bei anderen Angeboten ist, tatsächlich ist es aber besichert. Dies sorgt nicht nur für zusätzlichen Aufwand, sondern verringert auch die Liquidität. Und dies ist ja gerade das, was man mit einer Bürgschaft vermeiden möchte.

Damit Sie sich nicht bei verschiedenen Versicherern anfragen müssen, können Sie eine Anfrage bei uns stellen. Wir kennen die passenden Versicherer für Ihre Branche und Ihre Anforderungen. Wir holen die Angebote für Sie ein und besprechen Sie mit Ihnen. So sparen Sie Zeit und können das Bürgschaftsmanagement unseren Experten überlassen.

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Häufige Fragen zur Bietungsbürgschaft im Baugewerbe

Nein, aber bei öffentlichen Ausschreibungen ab einer gewissen Größe ist sie Standard. Ohne die geforderte Bürgschaft wird Ihr Angebot in der Regel wegen Formfehlern direkt ausgeschlossen.

Meist liegt sie zwischen 1 % und 5 % der Angebotssumme. Bei sehr großen Projekten kann sie auch bis zu 10 % betragen.

Die Bank rechnet die Bietungsbürgschaft auf Ihren Kreditrahmen an. Die Versicherung ist bankenunabhängig, wird nicht auf Ihre Kreditlinie angerechnet und erfordert in der Regel keine oder deutliche geringere Sicherheitshinterlegung.

Ja, über einen Bürgschaftsrahmen können Sie für verschiedene Ausschreibungen gleichzeitig Bürgschaften stellen. So können Sie flexibel auf mehrere Marktchancen reagieren, ohne Ihre Liquidität zu gefährden.

Verzögert sich die Vergabe (z. B. durch Einsprüche von Mitbewerbern), bleibt die Bürgschaft über die ursprüngliche Bindefrist hinaus bestehen, sofern Sie Ihr Angebot aufrechterhalten. In diesem Fall ist es wichtig, dass Ihr Bürgschaftsrahmen groß genug ist, damit Sie trotzdem flexibel auf weitere Ausschreibungen reagieren können, ohne dass das Limit durch die „wartende“ Bürgschaft blockiert wird.

In diesem Fall fordern Sie die Urkunde umgehend vom Auftraggeber zurück. Sobald diese enthaftet ist, steht Ihnen das Limit in Ihrem Rahmen sofort wieder zur Verfügung.

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Über Ulf Papke
2009 gründete Ulf Papke das Vergleichsportal Bürgschaft24. Als Innovator der Branche geht Ulf Papke neue Wege, um Unternehmen zu besseren Lösungen und Unternehmern bei wichtigen Entscheidungen zu helfen. Heute ist er mit der Papke Consulting Gruppe als externer Risk Manager ganzheitlich für seine Mandanten da.

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