Zuletzt aktualisiert am 4. März 2026
durchschnittliche Lesedauer: 3 Minuten
Wenn Sie von Ihrem Auftraggeber eine Anzahlung verlangen und er als Gegenleistung eine Anzahlungsbürgschaft fordert, stellt sich die Frage nach dem passenden Anbieter und wie teuer eine solche Bürgschaft ist. Hier erfahren Sie, wie sich die Kosten zusammensetzen und wie Sie eine Anzahlungsbürgschaft abschließen können.
Das Wichtigste in Kürze
- Faktoren der Preisgestaltung: Die Kosten einer Anzahlungsbürgschaft hängen primär von der Bonität Ihres Unternehmens, der Höhe der abzusichernden Summe und dem gewählten Versicherer ab.
- Vorteil gegenüber dem Bankaval: Da Anzahlungsbürgschaften bei Versicherungen oft ohne Sicherheitsleistungen (Bargeldverpfändung) auskommen, bleibt Ihr Geld direkt im Unternehmen und wird nicht durch Kreditzinsen belastet.
- Vermeidung verdeckter Kosten: Achten Sie beim Vergleich nicht nur auf den Zinssatz, sondern auch auf mögliche Bearbeitungsgebühren oder Kosten für Urkundenausfertigungen, damit Ihre Kalkulation stabil bleibt.
Was ist eine Anzahlungsbürgschaft?
Mit einer Anzahlungsbürgschaft werden von einem Auftraggeber getätigte Anzahlungen an einen Auftragnehmer abgesichert. Das ist zum Beispiel im Maschinenbau der Fall, aber auch im klassischen (Groß-)Handel denkbar. Der Auftraggeber sichert mit dieser Bürgschaft ab, dass das von ihm bezahlte Geld zweckmäßig verwendet wird. Ist das nicht der Fall, kann er sich einen Teil der angezahlten Summe zurückholen. Der Auftragnehmer beantragt eine Bürgschaft und händigt die Urkunde an den Auftraggeber aus. Der Auftraggeber leistet dann die festgelegte Anzahlung.
Was kostet eine Anzahlungsbürgschaft?
Die Höhe der Anzahlung liegt üblicherweise zwischen 30-50% des Auftrags, kann aber auch bis zu 100% betragen. Je höher die zu versichernde Summe, desto teurer die Kautionsversicherung.
Der Preis für eine gute Anzahlungsbürgschaft hängt von verschiedenen Faktoren ab.
- Anbieter: Versicherer verlangen meist einen Prozentsatz der versicherten Summe als Beitragssatz. Je nach Versicherer und Tarif unterscheidet sich der Beitrag erheblich. Deshalb unterstützen wir Sie bei der Wahl des richtigen Versicherers.
→ Eine wichtige Unterscheidung gibt es zwischen Versicherern und Banken als Bürgen. Eine Bankbürgschaft ist i. d. R. deutlich teurer als eine Versicherungsbürgschaft und belastet zusätzlich die Kreditlinie. - Bonität: Bei manchen Versicherern sind die Kosten von Ihrer Bonitätsbewertung abhängig, also wie Ihre Zahlungsfähigkeit von einer Wirtschaftsauskunft wie der Creditreform bewertet wird. Bei besserer Bonität sind die Kosten geringer.
- Weitere Kosten: Bei manchen Versicherern fallen außerdem zusätzliche Kosten an wie zum Beispiel für die Ausstellung der Bürgschaft oder wenn der Bürgschaftsvertrag einen Sondertext enthalten muss.
- Bürgschaftshöhe: Die Kosten für eine Bürgschaft steigen mit der Höhe der auszustellenden Bürgschaft an, da oft ein Prozentsatz der Bürgschaftssumme als Beitrag festgesetzt wird.
- Sicherheiten: Wenn Sie finanzielle Sicherheiten bei dem Versicherer hinterlegen, reduziert sich der Beitragssatz. Nachteil: Sie müssen Kapital binden, bis die Bürgschaft nicht mehr benötigt wird.
- Laufzeit: Je länger die Bürgschaft laufen soll, desto teurer ist die Absicherung oftmals.
Praxisbeispiel
Die Gewerbebau Partner GmbH erhält den Auftrag für den Neubau einer Lagerhalle mit Bürokomplex für ein mittelständisches Logistikunternehmen. Da bereits zu Beginn hohe Kosten für Erdaushub, Fundamente und die Stahlkonstruktion anfallen, wird eine Anzahlung von 200.000 EUR vereinbart. Dazu stellt das Unternehmen eine entsprechende Bürgschaft. Da das Unternehmen eine sehr gute Bonitätsbewertung hat, liegt der Beitragssatz bei 1,2% p. a. und damit deutlich unter der Banklösung.
Jetzt optimale Bürgschaftsversicherungen vergleichen
Damit Ihr Vergleich starten kann
Um dieses Angebot nutzen zu können, benötigen wir Ihre Zustimmung zur Verwendung von Cookies.
Wie schließe ich eine Anzahlungsbürgschaft ab?
Sie können eine Bürgschaft bei einer Bank (Bankbürgschaft) abschließen oder Sie wenden sich an ein Versicherungsunternehmen und schließen eine Kautionsversicherung ab. Zweitere bringt viele Vorteile für Ihr Unternehmen und Ihre finanzielle Situation:
- Kreditlimit wird nicht belastet: Eine Kautionsversicherung erfordert keine Verwendung des Kreditlimits des Unternehmens, im Gegensatz zu einer Bankbürgschaft.
- Geringere Kosten: Eine Kautionsversicherung ist in der Regel günstiger als eine Bankbürgschaft.
- Flexibilität: Eine Kautionsversicherung kann leichter an die Bedürfnisse des Unternehmens angepasst werden, im Gegensatz zu einer Bankbürgschaft, die oft standardisiert ist.
- Keine Auswirkungen auf die Kreditwürdigkeit: Eine Kautionsversicherung hat keine Auswirkungen auf die Kreditwürdigkeit des Unternehmens. Eine Bankbürgschaft hingegen kann die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens verschlechtern.
- Schnellere Bearbeitung: Eine Kautionsversicherung wird in der Regel schneller bearbeitet als eine Bankbürgschaft.
Tipps beim Abschließen einer Anzahlungsbürgschaft
Nicht immer ist die günstigste auch die “beste” Bürgschaft. Oft fordern Versicherungen zusätzlich zu einem jährlichen Beitrag die Hinterlegung von Sicherheiten. Auf den ersten Blick erscheint ein Angebot attraktiv, weil der Beitragssatz geringer als bei anderen Angeboten ist, tatsächlich ist es aber besichert. Dies sorgt nicht nur für zusätzlichen Aufwand, sondern verringert auch die Liquidität. Und dies ist ja gerade das, was man mit einer Bürgschaft vermeiden möchte.
Damit Sie sich nicht bei verschiedenen Versicherern anfragen müssen, können Sie eine Anfrage bei uns stellen. Wir kennen die passenden Versicherer für Ihre Branche und Ihre Anforderungen. Wir holen dann die Angebote für Sie ein und besprechen Sie mit Ihnen. So sparen Sie Zeit und können das Bürgschaftsmanagement unseren Experten überlassen.
Fazit
Mit einer Anzahlungsbürgschaft hat Ihr Auftraggeber die Sicherheit, dass Sie die Anzahlung zweckmäßig verwenden und davon zum Beispiel Rohstoffe, Ausgangs- oder Baumaterialien einkaufen. Die Kosten für eine Anzahlungsbürgschaft sind von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Deshalb ist es hilfreich, einen ungebundenen Experten zu Rate zu ziehen.
Häufige Fragen zu den Kosten einer Anzahlungsbürgschaft
Wie hoch sind die üblichen Gebühren für eine Anzahlungsbürgschaft?
Die Beitragssätze liegen bei Versicherern meist zwischen 0,85 % und 2,5 % pro Jahr. Banken liegen oft deutlich darüber, insbesondere wenn man die Kosten für hinterlegte Sicherheiten einrechnet.
Fallen Gebühren für die Ausstellung der Urkunde an?
Bei den meisten Bürgschaftsversicherern ist die Ausstellung der Urkunde im Jahresbeitrag enthalten. Banken berechnen hierfür oft pauschale „Ausfertigungsgebühren“.
Ist eine Bürgschaft bei einer Versicherung günstiger als von der Bank?
Ja, fast immer. Der Vorteil liegt aber nicht nur im niedrigeren Beitrag, sondern in der gewonnenen Liquidität. Zudem entfallen meist Bearbeitungs- und Kontogebühren. Bei der Versicherung müssen Sie keine oder deutlich geringere liquiden Sicherheiten hinterlegen. Die Bürgschaft wird nicht auf Ihren Bankrahmen angerechnet. Ihr Bank-Rating bleibt stabil und Sie können Ihre Kreditlinie für wichtige Investitionen nutzen.